Mama ist gestürzt und liegt im Krankenhaus – was muss ich jetzt zuerst tun?
Es geht meistens schnell. Ein Anruf am Abend, ein Sturz im Flur, Oberschenkelhals gebrochen. Und ein paar Tage später sagt jemand im Krankenhaus den Satz, auf den niemand vorbereitet ist: Nach Hause kann Ihre Mutter so nicht zurück.
Dann sitzen Sie da, arbeiten, haben vielleicht selbst Kinder, wohnen womöglich nicht mal in der Nähe – und sollen innerhalb weniger Tage Dinge entscheiden, mit denen Sie sich nie beschäftigt haben. Pflegegrad, Kurzzeitpflege, Vollmacht, Heimplatz. Und irgendwo im Hintergrund steht das Haus, in dem Sie groß geworden sind.
Hier steht, was in welcher Reihenfolge sinnvoll ist. Die ersten sechs Schritte haben mit Immobilien überhaupt nichts zu tun – die kommen trotzdem zuerst, weil sie zuerst dran sind.
Die ersten Tage: Schritt für Schritt
-
Sprechen Sie mit dem Sozialdienst im Krankenhaus
Jedes Krankenhaus hat einen Sozialdienst, manchmal heißt er Entlassmanagement oder Pflegeüberleitung. Diese Leute machen den ganzen Tag nichts anderes und kennen jeden Weg. Der Dienst kommt aber nicht immer von selbst auf Sie zu – fragen Sie aktiv danach, am besten gleich in den ersten Tagen. Lassen Sie sich Namen und Durchwahl geben.
-
Pflegegrad beantragen, solange Ihre Mutter noch im Krankenhaus liegt
Ein Anruf bei der Pflegekasse genügt, das ist die Kasse bei der Krankenkasse. Wichtig ist der Satz: Meine Mutter liegt im Krankenhaus. Dann gilt eine verkürzte Frist – die Begutachtung muss innerhalb einer Woche veranlasst werden, statt der sonst üblichen fünf Wochen bis zur Entscheidung. Ohne diesen Hinweis landet der Antrag im normalen Stapel und Sie warten über einen Monat auf Geld, das Sie sofort brauchen.
-
Klären, ob eine Reha möglich ist
Nach einem Sturz mit Bruch ist oft eine geriatrische Reha möglich. Das bringt Ihnen zwei Dinge: Ihre Mutter kommt vielleicht weiter zurück, als es in der ersten Woche aussieht, und Sie gewinnen drei bis vier Wochen Zeit zum Nachdenken. Fragen Sie die Ärztin auf Station direkt danach.
-
Einen Platz für die Zeit danach suchen, auch wenn noch nichts entschieden ist
Kurzzeitpflege heißt das, wenn jemand vorübergehend stationär versorgt wird. Die Plätze sind knapp, in Ostfriesland genauso wie überall. Rufen Sie mehrere Häuser an und lassen Sie sich auf die Liste setzen, auch wenn Sie noch gar nicht wissen, wie es weitergeht. Ein Platz, den Sie nicht brauchen, ist schnell abgesagt. Einer, den Sie brauchen und nicht haben, kostet Nerven.
-
Prüfen, ob eine Vorsorgevollmacht existiert
Das ist der Punkt, der später am meisten Ärger macht. Ohne Vorsorgevollmacht dürfen Sie als Kind nichts entscheiden – nicht bei der Bank, nicht beim Vertrag, schon gar nicht beim Haus. Suchen Sie zu Hause im Ordner nach, fragen Sie beim Hausarzt und beim Notar. Wenn es keine gibt und Ihre Mutter noch klar im Kopf ist, holen Sie das jetzt nach. Wenn sie das nicht mehr kann, führt der Weg über eine gesetzliche Betreuung beim Amtsgericht, und das dauert.
-
Die Wohnung anschauen, mit anderen Augen als sonst
Fahren Sie hin und gehen Sie einmal durch, als wären Sie zum ersten Mal da. Wie viele Stufen sind es bis zur Haustür? Ist das Bad oben? Passt ein Rollator durch die Türen? Steht Post ungeöffnet herum, ist der Kühlschrank leer, liegt irgendwo eine Mahnung? Oft zeigt sich hier, dass es schon länger nicht mehr gut lief und der Sturz nur der Punkt war, an dem es sichtbar wurde.
-
Erst jetzt entscheiden, wie es weitergeht
Es gibt mehr als zwei Möglichkeiten. Zurück nach Hause mit Pflegedienst. Zurück nach Hause mit umgebautem Bad. Eine Betreuungskraft, die mit im Haus wohnt. Betreutes Wohnen. Tagespflege und nachts zu Hause. Ein Heimplatz. Oder ein Umzug in die Nähe der Kinder. Welcher Weg passt, hängt vom Pflegegrad ab, vom Geld und davon, was Ihre Mutter selbst will.
Die Pflegekasse zahlt dabei mehr, als die meisten wissen: für einen pflegegerechten Umbau, etwa ein bodengleiches Bad, gibt es bis zu 4.180 Euro Zuschuss, und für Kurzzeit- und Verhinderungspflege zusammen 3.539 Euro im Jahr (Stand 2026, ab Pflegegrad 2). Beantragt werden muss beides vorher.
-
Und dann erst das Haus
Das Haus ist der letzte Schritt, nicht der erste. Aber es ist meistens der Punkt, an dem das Geld herkommen muss – und deshalb sollten Sie ungefähr wissen, was es wert ist, bevor Sie entscheiden.
Was heißt das für das Haus?
Es gibt vier Wege, und keiner davon ist von vornherein der richtige.
Es bleibt, wie es ist
Ihre Mutter kommt zurück, mit Hilfe. Dann geht es ums Umbauen, nicht ums Verkaufen. Auch dafür braucht man eine Zahl, weil sich manche Investition in ein sehr altes Haus schlicht nicht mehr rechnet.
Es steht erst mal leer
Der häufigste Weg – und der teuerste. Grundsteuer, Versicherung, Heizung im Winter, Garten. Und ein Haus, in dem niemand mehr wohnt, verliert schneller an Substanz, als man denkt: Feuchtigkeit, kaputte Heizung, Schimmel. Nach zwei Jahren Leerstand sieht ein Haus anders aus als vorher. Wenn Sie abwarten, dann bewusst und mit einem Datum, an dem Sie neu entscheiden.
Es wird vermietet
Bringt laufendes Geld für Heim oder Pflege. Setzt aber voraus, dass das Haus vermietbar ist – Heizung, Bad, Elektrik – und dass sich jemand kümmert. Aus 400 Kilometern Entfernung ist das anstrengender, als es klingt.
Es wird verkauft
Meist dann, wenn die Heimkosten dauerhaft höher sind als Rente und Pflegegeld zusammen. Hier hängt einiges davon ab, wem das Haus eigentlich gehört, ob ein Wohnrecht oder Nießbrauch im Grundbuch steht und ob eine Vollmacht existiert. Das ist der Punkt, an dem Notar oder Anwalt mit am Tisch sitzen sollten – ich bin weder das eine noch das andere und sage Ihnen das offen.
Die drei häufigsten Fehler
- Zu lange gar nichts tun. Der Pflegegrad wird nicht rückwirkend gezahlt, der Antrag zählt ab dem Tag, an dem er eingeht.
- Ohne Vollmacht handeln wollen. Bank, Versicherung und Grundbuchamt sind da eisern, egal wie nah Sie Ihrer Mutter stehen.
- Das Haus in Panik entrümpeln und schnell verkaufen. In den ersten Wochen entscheidet niemand gut. Ein Haus läuft Ihnen nicht weg.
Was ich für Sie tun kann
Ich bin Immobilienmakler in Aurich und begleite Familien in Ostfriesland, bei denen es zu Hause nicht mehr geht. Verkaufen ist dabei nur einer von mehreren Wegen – und oft nicht der, der am Ende gewählt wird.
Ich komme zu Ihnen an das Haus, schaue es mir in Ruhe an und erstelle Ihnen eine schriftliche Werteinschätzung. Kostenlos, unverbindlich, und Sie behalten sie – auch dann, wenn Sie sich später gegen einen Verkauf entscheiden oder jemand anderes das Haus verkauft.
Damit haben Sie eine Zahl, mit der Sie rechnen können, wenn Sie mit Ihren Geschwistern, mit der Bank oder mit dem Heim sprechen. Und Sie können mich anrufen, wenn Sie nicht weiterwissen, auch wenn es gerade gar nicht ums Verkaufen geht. Termine mache ich auch abends und am Wochenende, weil ich weiß, dass Sie tagsüber arbeiten.
Kostenlose Werteinschätzung anfordern
Reno Uecker, Immobilienagentur AurImmo
Ebereschenweg 3, 26607 Aurich
Telefon 04941 6018 637 · Mobil 0151 4499 8042
WhatsApp 0160 788 2342 · info@AurImmo.de
Sie sind noch an einem anderen Punkt? Eine Übersicht über alle Wege finden Sie unter Wenn es zu Hause nicht mehr geht.
Alle Themen im Überblick: Wenn sich etwas ändert
Dieser Text ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Pflegeberatung. Angaben zu Leistungen der Pflegeversicherung nach dem Stand 2026, ohne Gewähr. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an Ihre Pflegekasse, den Sozialdienst im Krankenhaus, einen Notar oder einen Anwalt.